Partnerschaft

Autak`s Transportstuhl für den Krankentransport

Pflege- und Rettungskräfte körperlich stark belastet

Die Cross-Innovation „Transportstuhl für den Krankentransport“ ist ein gemeinsames Projekt der studentischen, interdisziplinären Initiative zur Gestaltung von Inklusion durch Innovation Autak e. V., dem Euskirchener Unternehmen für Kranken- und Seniorenfahrten MediSector und dem Kreis Euskirchen. Ihr innovativer Transportstuhl überwindet Barrieren, zum Beispiel Treppen, kletternd und schützt so Pflege- und Rettungspersonal vor Schäden an Gelenken und Rücken durch berufsbedingte Belastungen. Gleichzeitig beugt die Lösung Verletzungen der beförderten Personen vor, denn der Transport wird leichter und sicherer, auch in engen Treppenhäusern.

2019 wurden in Deutschland mehr als 10 Millionen Rettungsfahrten und Krankentransporte durchgeführt, etwa die Hälfte der Einsätze finden im ersten Stock oder einem höheren Geschoss statt. Dabei bewältigen die Einsatzkräfte häufig Gewichte über 50 kg, womit die Richtwerte für zulässige Lasten deutlich überschritten werden. Bisher haben Arbeitgeber*innen wenig Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter*innen vor diesen Belastungen zu schützen, wie es die Gesetze vorsehen. Leicht führt die ergonomisch ungünstige Körperhaltung zu Fehlbelastungen und Erkrankungen. Viele Einsatzkräfte leiden deshalb unter Hüft- und Knie-Schäden sowie Rückenschmerzen.

Auch in der Altenpflege bedeutet der Personentransport eine große körperliche Belastung. Vor dem Hintergrund des ausgeprägten Fachkräftemangels in der Branche bekommt das Problem besonderes Gewicht. Auf 100 offene Stellen kamen 2018 lediglich 29 Arbeitssuchende. Im Durchschnitt bleiben Altenpflegekräfte 8,4 Jahre im Beruf und die Hälfte des Personals arbeitet in Teilzeit. Vor allem die hohe körperliche Belastung ist ursächlich hierfür. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass sich die Situation bis 2030 weiter verschärfen wird und dann rund 187.000 zusätzliche Fachkräfte in der Pflege benötigt werden.

 

Ein Transportstuhl, der Treppen erklimmt

Der treppensteigende Transportstuhl, entwickelt vom Innovationspartner Autak, ermöglicht einen sicheren, schnellen und einfachen Transport von Personen. Autak stattete einen faltbaren Rollstuhl mit einem innovativen Radkonzept aus. Der neue Transportstuhl passt sich verschiedenen Gegebenheiten an und ist daher universell anwendbar. Durch ausfahrbare Speichen, die sich im vollendeten Modell einzeln bewegen sollen, lassen sich Hindernisse und Stufen jeder Form überwinden. Die zukunftsweisende Innovation verringert die körperliche Belastung von Pflege- und Rettungspersonal immens und steigert Sicherheit und Komfort (schüttelfreier Transport) für die transportierten Menschen. Das innovative Radkonzept ist im Gegensatz zu bisher verwendeten Technologien unabhängig von Stufenmaterial und –zuschnitt und überwindet auch komplexe Treppengeometrien. Der Transport benötigt nur eine Begleitperson.

 

Mehr Bewegungsfreiheit für Rollstuhlfahrer*innen in der Region Aachen

Der demografische Wandel erfordert innovative Lösungen, welche Rettungsdienste und Pflegekräfte bei ihrer wertvollen Arbeit unterstützen. Die Cross Innovation „Transportstuhl für den Krankentransport“ hat am Innovationsstandort Region Aachen eine Lösung entwickelt, die „Care“ und „Mobility“ auf einzigartige Weise vereint.

Langfristig soll die Innovation zusätzlich mit einem B2C-Ansatz Rollstuhlfahrer*innen ein selbständigeres Leben ermöglichen. Diese mobilitätseingeschränkten Menschen sollen in Zukunft Barrieren besser überwinden können als mit herkömmlichen Rollstühlen. 1,6 Millionen Rollstuhlfahrer*innen gibt es allein in Deutschland); in der Städteregion Aachen sind 33.700 der Schwerbehinderten in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Der Transportstuhl für den Krankentransport von Autak ist eine von derzeit sieben geförderten Innovationspartnerschaften im Rahmen des Projektes Care and Mobility Innovation. Die Innovationspartnerschaft ist im Januar 2022 gestartet.

Partner in diesem Projekt

Autak e. V.

Gernot Sümmermann

MediSector

Ana Maria Frühauf

Kreis Euskirchen

Michael Franssen