Partnerschaft

Park4Care löst Parkplatzproblem bei Hausbesuchen

Viele Patient*innen werden nicht stationär in Gesundheitseinrichtungen behandelt, sondern in ihrem Zuhause gepflegt und versorgt. Ambulante Pflegedienste, Apotheken-Lieferdienste, ärztliche und therapeutische Hausbesuche oder ambulante Palliativversorgung bilden nicht wegzudenkende Pfeiler unseres Gesundheitswesens. Sie gewährleisten die häusliche Versorgung der Menschen. Die Innovationspartnerschaft des Informationsmanagement im Maschinenbau der RWTH Aachen University (IMA), des Instituts für Unternehmenskybernetik e. V. (IfU) und der St. Gereon gGmbH in Hückelhoven widmet sich einer täglichen Herausforderung der Gesundheitsbranche: Die Mitarbeiter*innen der ambulanten Versorgungseinrichtungen sind auf einen Pkw angewiesen. Jedoch gibt es auch in den Städten der Region Aachen nur selten freie Parkplätze nahe der Haustür der Patient*innen für eine kurze Parkdauer. Eine längere Parkplatzsuche bedeutet Zeitverlust und auch eine weitere Belastung für die Mitarbeiter*innen; in den betroffenen Berufsgruppen unterliegen die Arbeitsabläufe ohnehin einer strengen Taktung. Darüber hinaus erhöht der aus dem Parkplatzmangel resultierende Parkplatzsuchverkehr das städtische Verkehrsaufkommen, sodass klimaschädliche Emissionen entstehen. Die Notlösungen der Mitarbeiter*innen, in zweiter Reihe, in Zufahrten oder im Parkverbot zu parken, gefährden andere Verkehrsteilnehmer*innen und verursachen unter Umständen Kosten für die ambulanten Dienste.

 

Intelligente Nutzung vorhandener Parkflächen

Die Cross-Innovation „Kurzzeitparken für Dienstleister im Gesundheitswesen“, kurz Park4Care, will die ambulante Versorgung von Menschen durch die intelligente Nutzung von Parkflächen erleichtern. Kernidee ist, das Parkproblem zu lösen, indem auf vorhandene Parkplatz-Ressourcen zurückgegriffen wird: Viele Unternehmen verfügen über eigene Parkflächen, die außerhalb der Betriebszeiten nicht genutzt werden. Gleiches gilt auch für Geschäfte, Kultureinrichtungen oder Sportstätten. Gerade in den Morgenstunden, in denen viele ambulante Pflegedienste ihre Patient*innen aufsuchen, sind viele Einrichtungen noch geschlossen und deren Parkplätze somit unbelegt. Gleiches gilt für öffentliche Parkhäuser. Der Zugang zu diesen und anderen abgeschlossenen Parkplätzen ist bestimmten Personengruppen wie Mitarbeiter*innen, Kund*innen oder Mitgliedern vorbehalten. Auch private Parkplätze sind häufig frei, dennoch dürfen sie nicht genutzt werden.

 

Die Innovationspartner entwickeln im Projekt Park4Care Ideen, um temporär leerstehende Parkflächen und ihre zeitliche Verfügbarkeit zu ermitteln, um das Angebot an kostenfreien Parkmöglichkeiten für medizinische oder pflegerische Hausbesuche auszubauen. Hierzu nehmen die Projektpartner in einem ersten Schritt   Kontakt zu den Parkplatzbetreibenden bzw. -eigentümer*innen auf. Ambulante Dienste können die identifizierten und an Park4Care angeschlossenen Freiflächen nutzen. Zum einen macht Park4Care potenziell nutzbare Parkflächen für die ambulanten Anbieter sichtbarer, indem entsprechende analoge Hinweise angebracht werden, zum Beispiel Aufkleber oder Hinweisschilder. Zum anderen entwickelt die Innovationspartnerschaft eine digitale Plattform, über die medizinisches oder pflegerisches Personal über das Smartphone schnell Parkmöglichkeiten in der Nähe findet.

 

Win-win-Situation: Menschen, Mobilität und Umwelt profitieren

Park4Care will dafür sorgen, dass die zeitweise leerstehenden Parkflächen effizienter ausgelastet werden. Über passende Geschäftsmodelle profitieren auch die Anbieter*innen von Parkflächen von deren Bereitstellung. Denkbar sind zum Beispiel Mitgliedsbeiträge der Nutzer*innen oder Modelle für Kurzzeit-Mieteinnahmen. Die Cross-Innovation erwirkt einen Nutzen für die Akteure der ambulanten Gesundheitsversorgung und verbessert die Mobilität in den Städten der Region Aachen: Die Patient*innen werden zuverlässiger und schneller medizinisch und pflegerisch versorgt, weil die Parkplatzsuche entfällt. Für die Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen reduziert sich der Zeitdruck und damit der Stress, was ihre persönliche Gesundheit fördert. In den Städten verringern sich unter anderem der Parksuchverkehr und die mit ihm verbundenen Emissionen, Staus und Verkehrsbehinderungen, zum Beispiel durch Parken in zweiter Reihe. Daher trägt das Projekt über die erleichterte ambulante Versorgung von Patient*innen hinaus zu einer nachhaltigeren Mobilität in der Region Aachen bei.

 

Die im Projekt vorgesehene digitale Netzwerkplattform sehen die Innovationspartner als Startpunkt für weitere smarte Mobilitätsinnovationen. Sie bietet außerdem eine Basis für nachhaltige Geschäftsmodelle, von denen sowohl Nutzer*innen als auch Anbieter*innen von Parkflächen auf unterschiedliche Weisen profitieren können. Somit fördert die Cross-Innovation Park4Care direkt das Ziel „Gut versorgt und intelligent mobil am Innovationsstandort Region Aachen“.

 

Park4Care – Kurzeitparken für Dienstleister im Gesundheitswesen ist eine von derzeit vier geförderten Innovationspartnerschaften im Rahmen des Projektes Care and Mobility Innovation in der ersten Ausschreibungsrunde. Die Innovationspartnerschaft ist im September 2021 gestartet.

Partner in diesem Projekt

Informationsmanagement im Maschinenbau (IMA) der RWTH Aachen University

Sarah Müller-Abdelrazeq

St. Gereon gGmbH, Hückelhoven

Gerd Palm

Instituts für Unternehmenskybernetik e. V. (IfU)

Christian Gülpen